Baujahr 1966 – Das seltene Zwischenmodell mit Charakter
Der Opel Olympia Rekord B-L aus dem Jahr 1966 ist heute eine echte Rarität. Was einst als Übergangsmodell gedacht war, ist mittlerweile ein begehrtes Stück deutscher Automobilgeschichte – charmant, klassisch und technisch interessant.
Technik & Fahrzeugdaten
Fahrzeugtyp: Opel Olympia-Rekord-B-L
Erstzulassung: April 1966
Motor: Reihenvierzylinder (CIH – obenliegende Nockenwelle)
Gemischaufbereitung: 1 Fallstromvergaser
Hubraum: 1.679 ccm
Leistung: 75 PS bei 5.200 U/min
Max. Drehmoment: 175 Nm
Getriebe: 4-Gang-Lenkradschaltung
Höchstgeschwindigkeit: ca. 150 km/h
Leergewicht: 975 kg
Zulässiges Gesamtgewicht: 1.370 kg
Reifen/Felgen: 5.90–13 bzw. 165/680R13 auf Stahlfelgen
Bremsanlage:
- Zweikreis-Bremssystem mit Bremskraftverstärker
- vorne Scheibenbremsen
- hinten Trommelbremsen
Historischer Hintergrund – Das „Zwischenmodell“
Der Rekord B entstand aus einer besonderen Situation heraus:
Opel plante ursprünglich, eine völlig neu entwickelte Motorengeneration zeitgleich mit einem neuen Fahrzeugmodell zu präsentieren. Da der neue Wagen jedoch noch nicht serienreif war, wurde der Rekord A optisch überarbeitet und mit den neuen CIH-Motoren ausgestattet.
So entstand der Rekord B.
Zu den äußerlichen Anpassungen gehörten unter anderem:
- Breitbandscheinwerfer
- neu gestalteter Kühlergrill
- umlaufende Chromrahmen an Front und Heck
Produziert wurde das Modell von August 1965 bis Juli 1966 – ausgeliefert jedoch nur rund acht Monate, bevor es vom erfolgreichen Rekord C abgelöst wurde.
Der Rekord B war erhältlich als:
- zwei- oder viertürige Limousine
- Kombi („CarAVan“)
- Coupé
Technisch erhielt er eine verbreiterte Hinterachse. Es war zugleich die letzte Opel-Hinterachse mit halbelliptischen Blattfedern. Die vordere Einzelradaufhängung mit Doppelquerlenkern wurde nahezu unverändert vom Rekord A übernommen.
Vom Alltagswagen zur Rarität
Zur damaligen Zeit galt der Rekord B als eher nüchtern und unauffällig. Viele Opel-Fahrer bezeichneten ihn später schlicht als „Zwischenmodell“. An den großen Markterfolg seines Nachfolgers reichte er nie heran.
Gerade diese kurze Bauzeit und seine besondere Stellung in der Modellgeschichte machen ihn heute jedoch zu dem, was er inzwischen ist:
Ein seltenes Sammlerstück mit eigenständigem Charakter.


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